Tänzerinnen des Ringeisen-Gymnasiums sind unter den Top Five in Deutschland
Tänzerinnen des Ringeisen-Gymnasiums sind unter den Top Five in Deutschland
Das Tanzteam des Ringeisen-Gymnasiums überzeugt beim Bundesfinale im Schultanz in Frankfurt.
Ein fünfter Platz bei der Deutschen Schultanzmeisterschaft und damit eine Platzierung unter den besten Tanzformationen Deutschlands – mit diesem Erfolg kehrte das Tanzteam des Ringeisen-Gymnasiums Ursberg Mitte Juni aus Frankfurt am Main zurück. Nach einer monatelangen intensiven Vorbereitung belohnten sich die 26 Tänzerinnen und ein Tänzer gemeinsam mit ihren Trainerinnen für ihren Einsatz.
Der Wettkampftag begann für die Ursberger bereits mitten in der Nacht: Um 4.30 Uhr startete der Bus am frühen Samstagmorgen Richtung Frankfurt, wo die Gruppe gegen 13 Uhr ankam. „Von den vielen Eindrücken waren die Schülerinnen und Schüler erst einmal überwältigt“, erinnert sich Lehrerin Roxanna Obeser. Knapp 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer traten in drei Hallen in unterschiedlichen Kategorien wie Breakdance, Latino, Standard- und Paartanz sowie Gruppentanz gegeneinander an.
Das Ringeisen-Gymnasium ging mit seiner Gruppenchoreografie zum Thema „Licht und Schatten“ an den Start. Die Botschaft: Zum Leben gehören helle ebenso wie dunkle Seiten. Erst gemeinsam bilden sie eine Einheit. Kurz vor dem Wettbewerb mussten die Tänzerinnen und Tänzer allerdings noch einige Änderungen vornehmen. Hebefiguren mussten an die Anforderungen der Deutschen Meisterschaft angepasst werden, zudem durfte eine wichtige Requisite – eine Lichtkugel – nicht verwendet werden. Dennoch gelang es der Formation, ihre Geschichte eindrucksvoll auf die Tanzfläche zu bringen.


Nach einer erfolgreichen Qualifikationsrunde schaffte das Team den Sprung ins Große Finale, in dem die acht besten Mannschaften antraten. Dort erreichte das Ringeisen-Gymnasium schließlich den hervorragenden fünften Platz. Bei insgesamt 13 teilnehmenden Mannschaften bedeutet dies eine Platzierung unter den Top Five Deutschlands.
Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Einmal wöchentlich trainiert die Formation eineinhalb Stunden, hinzu kommen zusätzliche Übungseinheiten in den Ferien und an mehreren Samstagen. „Das ist der Ertrag jahrelanger Arbeit“, sagt Lisa Neuberger, die gemeinsam mit Roxanna Obeser und Miriam Rieger-Strobl die Tanzgruppen betreut.
Das Tanzen hat am Ringeisen-Gymnasium eine lange Tradition. Seit 1989 wurden mehr als 90 Auftritte und Wettkämpfe bestritten – bei schulischen und kirchlichen Veranstaltungen ebenso wie bei Wettbewerben. Über 500 Kostüme umfasst inzwischen der schuleigene Fundus. Der Tanzbereich gliedert sich in drei Altersgruppen: G3 für die Klassen fünf und sechs, K2 für die Jahrgangsstufen sieben bis neun sowie K1 für die älteren Schülerinnen und Schüler bis zur Oberstufe. Jedes Jahr entsteht eine neue, drei bis vier Minuten lange Choreografie. Der Weg zur Deutschen Meisterschaft führt dabei über den Bezirkswettbewerb und die Bayerische Meisterschaft. Nur die beiden besten Teams in Bayern qualifizieren sich für das Bundesfinale.
Erfolge gehören seit Jahren zur Geschichte des Tanzes am Ringeisen-Gymnasium. Mehrfach qualifizierte sich die Schule für die Bayerische Meisterschaft, 2016/17 wurde sie sogar Deutscher Vizemeister. Maßgeblich geprägt wurde der Tanzbereich von Franziska Schmid, die ihn über 30 Jahre lang bis 2020 aufbaute und Generationen von Tänzerinnen und Tänzern begeisterte. Seitdem führt Lisa Neuberger die erfolgreiche Arbeit gemeinsam mit ihrem Team fort.


Im Mittelpunkt steht dabei weit mehr als der sportliche Erfolg. „Die Schülerinnen gewinnen Teamfähigkeit, Beweglichkeit, Ausstrahlung und Selbstbewusstsein“, betont Roxanna Obeser. Gleichzeitig lernten sie, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Besonders die Mentorinnen aus der Oberstufe – im aktuellen Fall waren das Isabella Konowalow und Sarah Friedrich – übernehmen dabei wichtige Aufgaben und begleiten die jüngeren Tänzerinnen.
Auch bei der Entwicklung der Choreografien ist Teamarbeit gefragt. Gemeinsam mit den Mentorinnen entwerfen die Lehrerinnen die Tänze und greifen dabei Ideen der Schülerinnen auf – manchmal inspiriert von Trends auf TikTok. „Das führt zwar gelegentlich zu langen Diskussionen“, sagt Obeser schmunzelnd, „aber genau dieser Austausch bringt am Ende immer ein schönes Ergebnis hervor.“
Für Lisa Neuberger ist genau dieses Miteinander das Wertvollste: „Vielleicht läuft es am Ende manchmal etwas chaotisch. Aber die Schülerinnen erinnern sich später nicht daran, ob sie einmal eine Eins oder eine Fünf in Mathe hatten. Sie erinnern sich an solche gemeinsamen Erlebnisse und an die Freundschaften, die dabei entstehen.“ Auch Roxanna Obeser freut sich über die große Verbundenheit ehemaliger Tänzerinnen: „Wie viele Ehemalige mir nach unserem Erfolg geschrieben haben, zeigt, wie stark diese Gemeinschaft weit über die Schulzeit hinaus bleibt.“
Der fünfte Platz bei der Deutschen Schultanzmeisterschaft ist deshalb nicht nur ein sportlicher Erfolg – sondern auch ein Beleg für eine lebendige Tanztradition, die das Schulleben am Ringeisen-Gymnasium seit Jahrzehnten prägt.
Text: Stefan Reinbold/Fotos: Lisa Neuberger



