Zweite Auflage des Schulwettbewerbs „Jugend debattiert“ am Ringeisen-Gymnasium
Zweite Auflage des Schulwettbewerbs „Jugend debattiert“ am Ringeisen-Gymnasium
Das Debattenformat leistet einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung, indem es elementare Grundregeln zur sachlichen Erörterung von Problemlösung einübt.
Man kann die Aufregung vor dem Finale förmlich spüren. Alle neunten und zehnten Klassen sowie ein paar Oberstufenschülerinnen und -schüler, die ihre Freistunde nutzten, um dabei zu sein, schauen gespannt auf die drei Jungen und das Mädchen, die auf der Bühne des Ringeisensaals an zwei schräg zueinander platzierten Stehtischen Position beziehen. Die Jury aus Mitschülerinnen und Schülern sowie einer Lehrkraft sitzt an einem langen Tisch davor – die Blicke sind ernst. Als die Glocke läutet, geht es los. Die Themafrage lautet: Soll Kupfergeld in Deutschland als gesetzliches Zahlungsmittel abgeschafft werden?
Kein einfaches Thema, aber genau darum geht es beim Wettbewerb „Jugend debattiert“, im Rahmen dessen der Schulwettbewerb in diesem Jahr zum zweiten Mal am Ringeisen-Gymnasium ausgetragen wurde. Komplexe Themen lassen sich nicht so einfach lösen, wie das im öffentlichen Diskurs bisweilen propagiert und gefordert wird. Man muss sich fundiert mit der Materie auseinandersetzen, Sachverhalte definieren und verstehen und daraus sinnvolle Lösungsvorschläge ableiten sowie mit durchdachten und nachvollziehbaren Argumenten untermauern. Das ist der wichtigste Lerneffekt, der mit dem Format verbunden ist.


Eine Herausforderung, der sich die vier Finalteilnehmer Konstantin Hahn, David Knöpfle, Fabian Mayr und Hinrike Rommel gestellt haben. In diesem Jahr durften auch die zehnten Klassen am Schulwettbewerb teilnehmen. Auch wenn sich letztlich Konstantin Hahn nach dem Sieg im vergangenen Jahr heuer erneut als Schulsieger und Fabian Mayr auf dem zweiten Platz durchsetzen konnten, haben alle Finalteilnehmer und auch die Klassensieger, die in den Vorrunden mitdebattiert hatten, gezeigt, dass sie sich gut vorbereitet hatten. Die große Sachkenntnis und Ausdrucksfähigkeit, mit der Hahn glänzte, und auch die ruhige und souveräne Gesprächsführung überzeugten die Jury letztlich am meisten. Hahn wird das Ringeisen-Gymnasium nun beim Regionalwettbewerb in Augsburg erneut vertreten, aber auch die anderen Finalteilnehmer werden als Springer mit zum Wettbewerb fahren.
Für die demokratische Erziehung ist der Wettbewerb „Jugend debattiert“ ein wichtiger Baustein. Hier geht es eben nicht darum, möglichst effektheischend und laut Forderungen zu platzieren, sondern sich mit den Realitäten auseinanderzusetzen und konkrete Lösungsansätze zu entwickeln, über die dann sachlich und respektvoll debattiert wird. Dabei wird klar, dass es für komplexe Probleme keine einfachen Lösungen gibt und dass die Lösungen für ein Problem dringend darauf abgeklopft werden müssen, inwiefern sie umsetzbar sind oder überhaupt zur Lösung eines Problems beitragen. Das lehrt einen pragmatischen Blick auf die Fragen und Herausforderungen unserer Zeit und zeigt, dass gute Debatten Regeln brauchen, die einen sinnvollen Austausch von Argumenten in einer respektvollen Atmosphäre ermöglichen.


Neben den Debattantinnen und Debattanten profitieren auch die Schülerinnen und Schüler, die sich als Jurorinnen und Juroren für den Wettbewerb gemeldet hatten. Auch sie lernen, indem sie die Debatten nach den vier Bewertungskriterien Sachkenntnis, Ausdrucks- und Gesprächsfähigkeit sowie Überzeugungskraft beurteilen, was eine gute Debatte ausmacht und wie Problemlösungswege eingeordnet werden können.
Text/Bilder: Stefan Reinbold

