Graffiti-Projekt verbindet Vergangenheit und Gegenwart
Neues Graffiti aufgetaucht
Während die dritte, vierte oder gar fünfte Version eines Kino-Blockbusters kein Garant für einen ähnlichen Erfolg ist, sogar möglicherweise „flopped“, steigert sich das jährlich stattfindende Graffiti-Projekt mit jeder neuen Wand: Je acht Schülerinnen und Schüler der Dominikus-Schule und des Ringeisen-Gymnasiums (im Alter von 16 bis 18 Jahren) fanden für „Graffiti 5.0“ innerhalb kurzer Zeit zusammen. Gemeinsam meisterten sie die Herausforderung eine 3,80 x 21,5m lange Wand in ein wahres Kunstwerk zu verwandeln.
Zum fünften Mal in Folge gab Sabine Herget aus der Dominikus Schule bereits im Sommer den ersten Anstoß zur Projekt-Vorbereitung. Zusammen mit Herrn Merz sowie der Kunstfachschaft, vertreten durch Frau Grayer, Herrn Richter und Herrn Ulrich, wurde das Projekt gestartet. Als technische Begleitung konnten wieder die professionellen Graffiti-Künstler vom Verein „Die Bunten e.V.“ aus Augsburg engagiert werden. Es folgten die Klärung organisatorischer Details wie Kostenfreigabe, Bewirtung an den vier Wochentagen, Bereitstellung von Materialien und Arbeitsmitteln wie Gerüste und Farben.


Zur Vorbereitung erschien es diesmal sinnvoll, zunächst einen Vorentwurf zum Thema anzufertigen. Dabei wurde auch deutlich, welche Vorlagen noch benötigt werden, um das Thema „Gestern und heute“ anschaulich herauszuarbeiten.
So konnten wir am Montagmorgen gut vorbereitet in die Arbeit starten. Dabei stand uns umfangreiches Bildmaterial zur Verfügung, das Sr. Katharina Wildenauer für uns zusammengestellt hatte. Tatkräftige Unterstützung erfuhren die Schüler auch durch die Sozialpädagogin Emma, die wieder mit im Team war.
Die Ideen wurden in Kleingruppen vertieft und ausgefeilt, bis schließlich, ganz zart mit Kreiden, der Entwurf auf der weißen Wand die tatsächliche Dimension des Graffitis erahnen ließ. Der Werkstoff Spraydose, mit dem man, im Gegensatz zum Pinsel oder Stift, die meiste Zeit ohne den spürbaren Kontakt zum Bildträger Farbe scheinbar in der Luft aufträgt, schien an diesem Tag noch ungewohnt und gleichzeitig eine echte Lust für die Schülerinnen und Schüler, es wieder und wieder mit allen möglichen Sprüchen, Namen, Smilies etc. an der noch „nackten“ Wand zu versuchen, hatten sie doch die Profis allesamt gut und ausführlich instruiert.
Schon am Folgetag fühlte man sich mit jedem Gebrauch der Dosen ein Stück sicherer, experimentierte, schnitt und probierte Schablonen, zeichnete direkt mit dem Farbspray frei Hand gegen das noch hauptsächlich sichtbare Weiß an. Auch die Erstversuche vom Vortag verschwanden teilweise hinter Farbflächen und es stellte sich heraus, dass gerade die Dominikus-Schüler hervorragend und ziemlich schnell Quadratmeter füllen konnten.
Mittwochs hatte das Graffiti bereits alle Bildteile von der Außen-Ansicht mit Turm der Klosterkirche, über das Dominikus-Klassenzimmer „gestern und heute“, durch die Bäume hinein in den angrenzenden Dominikus-Garten mit allen Tieren, farbig dargestellt.
Am letzten Tag blieb Zeit für die Feinkorrekturen und Restarbeiten, die mit der Hilfe der Profis perfektioniert werden konnten.
Prägend waren die unkomplizierten Kontakte sowie die offene und freundschaftliche Zusammenarbeit aller Schülerinnen und Schüler untereinander. So ist nicht nur ein sehr schönes Kunstwerk entstanden, sondern wieder ein großer Mehrwert für alle Beteiligten.
Wir danken unserem „Modell“, Sr. Katharina, der „flotten Radlerin“ auf dem Graffiti und freuen uns auch, für die Schulgründerin, Sr. Evangelista Höfer einen schönen Platz im Klassenzimmer gefunden zu haben – in Form eines Porträts als Stencil, einer Schablonen-Technik, die auch von professionellen Graffiti Künstlern gern verwendet wird – schließlich wirkten beide Schwestern der St. Josefs-Kongregation maßgeblich an der Entwicklung der Schule. So freuen wir uns, dass dadurch zugleich der Bezug auf die Bayerische Landesausstellung „Schwesterherz! Frauen retten Bayern“, die 2027 in Ursberg stattfinden wird, gelungen ist.
Ein Besuch lohnt sich: Das Graffiti 5.0 „Starke Menschen der Dominikus-Schule“ ab sofort am Platz zum Busbahnhof.
Alle neuen und professionellen Graffiti-Künstler beider Schulen.
Text: Sonja Grayer, Christian Richter
