Assisi-Fahrt der 8. Jahrgangsstufe im Jubiläumsjahr
Auf den Spuren des Poverello
Der Papst war bereits vor Ort, auch der italienische Staatspräsident gab sich die Ehre – da durfte natürlich auch eine Abordnung des Ringeisen-Gymnasiums im historischen Jubiläumsjahr nicht fehlen. Da sich 2026 der Todestag des heiligen Franziskus zum 800. Mal jährte – in der franziskanischen Welt als 800 Jahre Transitus gefeiert –, machten sich in der ersten Oktoberwoche die achten Klassen im Rahmen ihrer Fahrtenwoche auf den Weg in die umbrische Bergstadt Assisi. Seit ihrer Einführung der Fahrt im Jahr 2023 fand diese Exkursion damit bereits zum vierten Mal statt.
Da sich das Ringeisen-Gymnasium in der Trägerschaft der St. Josefskongregation und damit einer franziskanischen Ordensgemeinschaft befindet, ist die Gestalt des heiligen Franziskus – in Italien liebevoll der „Poverello“ (der arme Mann aus Assisi) genannt – untrennbar mit der Identität des Ortes Ursberg und seiner Einrichtungen verknüpft. Im 13. Jahrhundert rief Franz von Assisi eine Erneuerungsbewegung in der Kirche ins Leben, die sich durch radikale Armut, Friedfertigkeit und eine tiefe Ehrfurcht vor der Schöpfung auszeichnete. Die Fahrt dient gezielt dazu, die Schülerinnen und Schüler für diesen Geist zu sensibilisieren und die geistliche Prägung der Schulfamilie erfahrbar zu machen. Auf den historischen Spuren des Heiligen besuchten die Jugendlichen dessen Grab und setzten sich intensiv mit seinen zentralen Anliegen auseinander: dem Einsatz für den Frieden, der Sorge für die Bedürftigen, dem interreligiösen Dialog sowie dem Respekt vor der Schöpfung. Neben diesen spirituellen Impulsen stand auch die Stärkung der Gemeinschaft innerhalb der Jahrgangsstufe im Mittelpunkt.


Besondere Höhepunkte der Exkursion waren lt. Rückmeldungen für die Achtklässler die Naturerlebnisse, in denen die Schöpfungsverbundenheit des heiligen Franziskus greifbar wurde. Einen unvergesslichen Eindruck hinterließ dabei der Besuch der Cascata delle Marmore, die mit einer Fallhöhe von 165 Metern den höchsten von Menschenhand (Römer) angelegten Wasserfall darstellt.
Einen anderen, ebenso prägenden Schwerpunkt setzte die Wanderung am Monte Subasio. Für Simon Kutschenreiter, einen der begleitenden Tutoren aus der Q13, war dieser Ort von besonderer Bedeutung: Hier zog sich einst Franziskus in die Einsamkeit zurück, um im Einklang mit der Natur zu leben. „Mein Lieblingsort waren die Carceri“, blickt Simon zurück. „Dort war die spirituelle Nähe zu Franziskus am meisten zu spüren. Es ist beeindruckend, diesen Ort zu erleben, an dem dieser Mann lebte, von dem so viel ausging – bis heute.“ Zudem reflektierte der angehende Abiturient: „Es war eine komplett neue Erfahrung für mich, als Betreuer Verantwortung für jüngere Schüler zu übernehmen. Ich glaube, dass ich an den Herausforderungen, zum Beispiel an Rollenkonflikten, gewachsen bin – nicht nur als Betreuer, sondern auch als Mensch.“


Den liturgischen und feierlichen Höhepunkt der Woche bildete die Abschlussmesse in der Oberkirche von San Francesco, die von den weltberühmten mittelalterlichen und farbgewaltigen Fresken Giottos geschmückt ist. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von einer teilnehmerinternen Bläsergruppe gemeinsam mit den begleitenden Musiklehrkräften. Im Vorfeld dieses Gottesdienstes hatten die Schülerinnen und Schüler von Schwester Beatrix und Religionslehrkraft Julian Kalb ein Tau-Kreuz – das charakteristische Kreuzsymbol des Franziskanerordens – umgehangen bekommen, welches zuvor während der Fahrt von Pater Christian gesegnet worden war.
Mit zahlreichen neuen Eindrücken, gestärkt im Gemeinschaftssinn und erfüllt von den spirituellen Impulsen dieser besonderen Kulturlandschaft kehrte die Pilgergruppe nach Ursberg zurück – ganz im Sinne des franziskanischen Grußes: Pace e bene (Friede und Gutes).
FS Religion

