Stifterfest in Ursberg erinnert an 800. Todestag des Heiligen Franziskus

Stifterfest in Ursberg erinnert an 800. Todestag des Heiligen Franziskus

Festzelebrant Erzbischof Ludwig Schick mahnt in seiner Predigt zur Sorge für die Menschen. 

„Wir freuen uns, dass Sie da sind!“ – mit diesen Worten begrüßte Frida Dardhanjori aus dem Förderzentrum „Dominikus-Schule“ begleitet und ergänzt vom Stufensprecher des Ringeisen-Gymnasiums, Fabian Weibert (Q12), den Festzelebranten des diesjährigen Stifterfestes: Erzbischof Dr. Ludwig Schick aus Bamberg.

Als affiliierter Franziskaner begann dieser in der vollbesetzten St. Florianskapelle seine Predigt mit einer persönlichen Note. Ausgehend von seiner bewegten Zeit als Medizinstudent und „Alt-68er“ auf der Suche nach Sinn und Leben stellte er eine Verbindung zum jungen Franziskus her. Wie dieser im Kirchlein von San Damiano die Stimme des Herrn hörte, auf welche er sein Leben grundlegend änderte, fühlte sich der spätere Bischof von einem Vers des Johannes-Evangeliums angesprochen, in dem Jesus spricht: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“.

Dieser Satz, so der Erzbischof, habe ihn geprägt und sei grundlegend für seine Aufgaben als Professor und Geistlicher gewesen. Wie Franziskus, merkte er, dass eine so starke Botschaft auch umgesetzt werden muss. Besonders hob er dabei die Sorge um den Menschen hervor, der für uns die „nächste Schöpfung“ darstellt und heute oft vergessen werde. Dies müsse in einem Leben mit Rückbindung an den Schöpfer geschehen.

Ferner zitierte Schick Franziskus auf dem Totenbett: „Brüder, lasst uns beginnen, dem Herrn zu dienen; denn bis jetzt haben wir kaum etwas getan“. Obwohl der Heilige zu Lebzeiten schon Gewaltiges gewirkt habe, kommt darin eine Grundhaltung des Christen zum Ausdruck: Täglich neu beginnen. Als Unterbau empfahl der Würdenträger Jung und Alt, sich ein tägliches persönliches Ritual zu zulegen, z. B.  das Gebet, das Franziskus vor dem Kreuz von San Damiano gesprochen hat:

Höchster, glorreicher Gott,
erleuchte die Finsternis meines Herzens
und schenke mir rechten Glauben,
sichere Hoffnung und vollkommene Liebe.
Gib mir, Herr, rechtes Empfinden und Erkennen,
damit ich deinen heiligen und wahrhaftigen Auftrag erfülle. Amen.

Bastian Schlosser aus der 6. Jahrgangsstufe lobte im Anschluss an das Fest den Erzbischof: „Man hat viel gehört, wie man mit Gott gut leben kann.“

Der Predigt vorausgegangen war ein Anspiel, in dem Pfarrerin Agnes Weishaupt Bruder Leo und Franz von Assisi „persönlich“ begrüßen konnte. Tobias Denk, stellvertretender Schülersprecher der Dominikus-Schule, erzählte als Bruder Leo, wie er vom Ordensgründer eine handschriftliche Segensnotiz bekommen hatte, auf die ein großes Tau gemalt war. Lehrer Ulrich Kalb erklärte als Franziskus daraufhin seine Intention hinter dem Tau-Kreuz als Segenszeichen (T-e benedicat).

An verschiedenen Stellen des Gottesdienstes füllten Schülerinnen und Schüler des Ringeisen-Gymnasiums und der Dominikusschule ein mehr als zwei Meter großes hölzernes Tau-Kreuz mit Farbe und Leben. Dazu wurden Symbole mit Werten des Heiligen erklärt und angeheftet: Geschwisterlichkeit, Nachahmung Christi, Sorge für Arme und Schwache, Schöpfung, Frieden und seine franziskanische Familie.

Festlich musikalisch umrahmt wurde die Messe vom AK Geistliches Lied unter der Leitung von Stefanie Joas, dem Bläserensemble unter der Leitung von Adreas Altstetter, Fabian Gumpp an der Orgel sowie einer Solo-Darbietung des Franziskus-Textes „Lodi all’Alltissimo“ von Katharina Carapezza.

Nach dem feierlichen TeDeum überreichten Ministrantinnen und Ministranten an die anwesenden Schwestern der St. Josefskongregation von Schülerinnen und Schülern selbst hergestellte rote Gummibärchen in Tau-Form zum Dank für die Trägerschaft des Gymnasiums und ihr Wirken in Ursberg. „Ich find’s toll, dass man den Schwestern auf diese Weise auch mal Danke sagen kann für unsere Schule“, kommentierte Pia Schmid aus der 6A.

Weitergefeiert wurde im Anschluss im Ringeisensaal bei einem Come-Together mit Imbiss-Angebot durch Elternbeitrat und SMV, einer Fotoaktion, bei der man sich als Franziskus fotografieren lassen konnte – und dem Höhepunkt: der beeindruckende Tanzauftritt des frisch gekürten bayerischen Vizemeister-Teams im schulischen Tanz und einer weiteren Tanzgruppe unter der Leitung von Lisa Neuberger und Roxanna Obeser.

Schulleiter Andreas Merz bedankte sich bei allen beteiligten Personen und Gruppen und den Mitfeiernden. Durch das große Engagement und Miteinander ist ein großartiges Fest entstanden, das noch länger in Erinnerung bleiben wird. „Schön war’s!“ bemerkte Paul aus der 7. Jahrgangsstufe spontan nach der Messe, während David Polzin aus der 6A sich vor allem an den großen Einzug erinnern wird: „Es war cool, wie vor den Pfarrern und dem Bischof 60 Ministranten einzogen.“ Jonas Ellenrieder (7C) fügte an: „Es war mir wichtig zu kommen, weil ich durch das Mitfeiern den Schwestern auch eine Freude bereiten konnte.“

Text: Pater Christian Hamberger/Fotos: Carmen Rettermeier

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