Ringeisen-Gymnasium bringt Peter Pan auf die Bühne des Kellertheaters

Ringeisen-Gymnasium bringt Peter Pan auf die Bühne des Kellertheaters

Mit dem Stück lädt der Oberstufenkurs die Zuschauer zu einer Reise in die ewige Kindheit ein, zeigt aber auch die Schattenseiten dieser Fantasiewelt auf.

Das Erwachsensein ist bisweilen schon lästig. Stets sollte man vernünftig sein, Verantwortung übernehmen und hochfliegende Träume werden regelmäßig von der biederen Realität auf den Boden der Tatsachen geholt. Kein Wunder, dass man da bisweilen wieder Kind sein will. So wie Peter Pan, die Hauptfigur aus der Feder des schottischen Schriftstellers James Matthew Barrie, der die Geschichte dieses Jungen, der nie erwachsen werden will, Anfang des 20. Jahrhunderts aufgeschrieben hat. Er lebt zusammen mit magischen Wesen wie Feen in der Fantasiewelt Nimmerland, einer Kinderwelt ohne Regeln und Erwachsene. Dort hat er die verlorenen Kinder als Freunde und mit der Fee Tinkerbell eine treue Begleiterin. Sein Gegenspieler ist der Piratenkapitän Captain Hook, umgeben von einer ebenso einfältigen wie dienstbaren Truppe an Piraten. Eines Tages holt Peter Pan die in London lebende Wendy und ihre jüngeren Geschwister mit nach Nimmerland, wo sie zahlreiche Abenteuer erleben.

Der Oberstufenkurs „Theater und Film“ am Ringeisen-Gymnasium hat unter der Regie und Leitung von Sebastian Eberle diese fantastische Geschichte vergnüglich bunt auf der Bühne des Kellertheaters inszeniert. Die Sehnsucht nach einer heilen Welt, in der auch die Gegenspieler herrlich dumm sind und das Gute immer obsiegt, wurde durch Licht und Kostüme perfekt umgesetzt, ohne dabei die Gefahren des Wunschs nach ewiger Kindheit und Realitätsverleugnung aus dem Blick zu verlieren. Dies wird vor allem in der Szene deutlich, als Peter Pan (Elias Aufmuth), der mit Wendy (Mia Rothermel) spielt, sie seien die Eltern ihrer jüngeren Geschwister, sich im Gespräch mit Wendy versichert, dass alles auch wirklich nur ein Spiel sei. Er will keine wirkliche Verantwortung übernehmen. Wendy und die Kinder vermissen aber ihr Zuhause, ihre Eltern. Letztlich kehren sie wieder nach Hause zurück und die verlorenen Kinder kommen auch mit. Hier wird deutlich, dass eine schöne Kindheit nur dort stattfinden kann, wo Erwachsene ihr einen Rahmen und Geborgenheit geben.

Mit dem Verweis auf das Peter Pan-Syndrom greift der Kurs auch im Programmheft den Wunsch nach realitätsverleugnender Kindheit ohne Verantwortungsübernahme auf und verweist auf die negativen Aspekte. Charakteristisch für dieses psychologischen Phänomen sind demnach Bindungsangst, Egoismus, Narzissmus, finanzielle Unselbständigkeit, Fokussierung auf die eigene Mutter, Chauvinismus und emotionale Unreife.

Kritisch geht der Kurs auch mit der Textvorlage um, in der zeittypische Klischees über Rollenbilder, etwa die Mutterrolle der Frau, und ethnische Gruppen, wie „Indianer“ statt „Indigene“ wiedergegeben werden. Im Sinne der Originalität werden diese Passagen nicht umgeschrieben, jedoch im Programmheft auf deren Problematik verwiesen.

Sebastian Eberle ist es gelungen, dem großen Ensemble aus 28 Mitwirkenden aus der Q12 und Q13 Spielfreude zu vermitteln. Mit viel Witz und imposanten, detailverliebten Kostümen überzeugten die Schauspielerinnen und Schauspieler auf der Bühne. Besonders witzig gerieten die Auftritte von Captain Hook (David Höld) mit seinem schlauen Begleiter Smee (Aylin Gashi), der seine klugen Einfälle dem Chef immer als „schlechte Idee“ verkauft, damit sie Hook hinterher als seine „gute Idee“ propagieren kann. Hervorragend gespielt wurde die stoisch-stolze und etwas sprechfaule Fee Tinkerbell von Selina Mößnang. 

Somit ist das Stück nicht nur für Kinder eine gelungene Inszenierung, sondern auch für Erwachsene eine lehrreiche Erfahrung.

Text: Stefan Reinbold, Sebastian Eberle/Fotos: Stefan Reinbold

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